Wildpflanzen verzaubern mit ihrer gelben Blüte
Von Ostbelgien bis Silberregion Karwendel – die besten Tipps zum Frühlingserwachen in den Best of Wandern-Regionen
„Die 12 oder 5km Wanderung mache ich gerne zur Narzissenzeit. Beide beruhen auf dem Wanderknotenwegenetz und sind mit der Nodemapp-App einfach abzuwandern. Es gibt natürlich auch eine Beschilderung im Gelände.“ Dany Heck, Tourismusagentur Ostbelgien ist begeistert, wenn im Frühjahr die gelbe Wildnarzisse die Bachtäler des Naturschutzgebietes im Holzwarchetal in ein Blütenmeer taucht. „Das ist so beeindruckend schön.“
Die Narzisse kennen die meisten Menschen als Osterglocke aus dem Vorgarten oder auch als Schnittblume aus dem Handel. Wie es ist, wenn die Narzisse als wildwachsende Art Bachtäler mit ihrer gelben Blüte verzaubert, kann sich kaum jemand vorstellen. Denn als Wildpflanze ist die Narzisse in ihren Beständen stark bedroht und daher streng geschützt. In den Bachtälern des Naturschutzgebietes der Holzwarche, zwischen den Ortschaften Rocherath und Mürringen, liegt eines der bedeutendsten letzten Refugien der Gelben Wildnarzisse, wo sie jährlich im April ein besonderes Naturschauspiel bieten. (Wanderknotenpunkte: 55 – 58 – 60 – 61 – 51 – 40 – 49 – 61 – 60 – 58 – 50)
Modern, abwechslungsreich und einfach zugänglich
Zum Frühlingsbeginn startet die Wanderzeit am Tiroler Silberpfad. Der Weitwanderweg, der einmal durch alle 12 Gemeinden der Silberregion Karwendel führt, ist auch als digitaler Wanderweg möglich. „Er begleitet Familien mit Informationen, Rätseln und Naturtipps und macht das Wandern modern, abwechslungsreich und einfach zugänglich“, sagt Sabrina Veider von der Silberregion Karwendel. Die fünf Etappen des Weitwanderweges stellen eine Empfehlung dar, schließen eine individuelle Streckenführung nicht aus. Entlang des Weges sind sowohl genügend Übernachtungsmöglichkeiten als auch ausreichend Auf- und Abstiegsmöglichkeiten vorhanden.
Weite Landschaften und eindrückliche Schluchten
Wenn in den Hochlagen noch Schnee liegt, bietet die Surselva ideale Bedingungen für abwechslungsreiche Wanderungen in tieferen Regionen. Weite Landschaften, ruhige Talwege und eindrückliche Schluchten machen diese Jahreszeit besonders reizvoll. Das gut ausgebaute Wanderwegnetz ermöglicht genussvolle Touren inmitten erwachender Natur. Ein besonderer Frühlingstipp ist die Rheinschlucht, auch bekannt als der „Grand Canyon der Schweiz“. Entlang des jungen Rheins führen Wanderwege durch eine spektakuläre Landschaft mit steilen Felswänden, hellen Kalkformationen und einer vielfältigen Flora und Fauna. Hier lässt sich der Frühling intensiv erleben.
Wo Ringelnatter und Biber sich pudelwohl fühlen
Frühling – die wunderbare Zeit, wenn die Natur wieder erwacht, alles grünt und die Tierwelt wieder aktiv wird. Dieses wunderbare Schauspiel lässt sich gut bei einer Tour am naturbelassenen Wandersteig entlang des Höllensteinsees erleben. Nirgendwo sonst bietet sich ein solch beeindruckender Blick auf das Höllenstein-Gewässer mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. So fühlen sich dort Ringelnatter und Biber pudelwohl, was die „bleistiftartigen“ Spitzen abgenagter Baumstämme verraten. Aber auch störungsempfindliche Greifvogelarten, wie der Uhu, finden hier ursprüngliche Brutstätten, was während der Balz- und Brutzeit (Februar – Juli) ggf. auch zu einer Verlegung der Wandersteig-Route führen kann. Bei Regenwetter ist diese Tour nicht zu empfehlen! Tipp: Eine Bootstour am „Höllensteinsteg“ oder eine gemütliche Einkehr im Restaurant Höllensteinhaus!
Jeder Schritt ein kleines Abenteuer
Mitten im jüngsten Nationalpark Deutschlands, dem Hunsrück-Hochwald, verläuft die abwechslungsreiche Traumschleife Trauntal-Höhenweg. Besonders im Frühling und zum Start in die Wandersaison zeigt sich der Premiumwanderweg von seiner schönsten Seite: Üppige, wild wachsende Narzissen säumen den Weg und tauchen die Landschaft in ein leuchtend gelbes Blütenmeer. Ein Anblick, der berührt und lange im Gedächtnis bleibt. Die Strecke führt durch eine Natur, die sich ursprünglich und kraftvoll zeigt. Weite Ausblicke öffnen den Blick in die Landschaft, dann wieder umhüllt stiller, tiefer Wald den Weg. Feuchte Passagen erzählen davon, wie sich das Moor seinen Raum langsam zurückerobert. Plätschernde Bäche, schmale Pfade zwischen Felsbrocken und Rosselhalden sowie eine geheimnisvolle keltische Höhenbefestigung machen jeden Schritt zu einem kleinen Abenteuer. Ein Weg für alle, die Natur intensiv erleben, zur Ruhe kommen und den Frühling genießen möchten.
Naturlehrweg Stappitzersee im Seebachtal, 7km 2,5 Std. auf 1.300 m Seehöhe
Der Stappitzersee in der Nationalpark-Region Hohe Tauern Kärnten zeigt sich im Frühling von seiner stillsten, aber auch spannendsten Seite: Wenn der Schnee langsam aus den Wäldern in höhere Regionen zurückweicht und die Berge sich im klaren Wasser spiegeln, liegt eine fast magische Ruhe über dem See. Erste Blumen blühen am Ufer, Vogelstimmen erfüllen die Luft, und rund um Mallnitz erwacht die alpine Natur zu neuem Leben – ein Ort zum Durchatmen, Staunen und Innehalten. Es ist auch ein Paradies für alle, die sich für Ornithologie interessieren, denn zahlreiche Vogelarten unterbrechen genau hier ihre Reisen in den Norden Europas und sich zu stärken.